Von der Komitatshauptstadt Kaposvár aus 25 km entfernt, in der schönen Hügellandschaft von Somogy inmitten reicher Wäldern liegt die Ortschaft Igal, an deren nördlicher Grenze sich der Somogy-Tolnaer Höhenrücken hinzieht. Er erreicht hier seinen höchsten Punkt, den 301 m hohen Hügel Csúcs, von dem man bei klarem Wetter den Plattensee sehen kann, nach Süden das Mecsekgebirge und den Berg Zengõ. Verkehrsmäßig ist dieser beliebte Badeortes ebenso gut von Kaposvár als auch vom Balaton her zu erreichen.
Igal ist der bedeutendste Ort im äußeren Somogy. Seine herausragende Rolle reicht bis ins Mittelalter zurück. Der Ortsname wird das erste Mal 1193 erwähnt, in einem an den Johanniterorden gerichteten Brief, aber es ist ganz sicher, dass der Ort auch schon vorher bewohnt war. 1211 wird Igal in einer Urkunde als Villa aufgeführt. 1272 wird es schon als Dorf bezeichnet, das der Palatinus den Nonnen der Margareteninsel in Budapest schenkte.
Nach weiteren zweihundert Jahren wurde die Siedlung schon als Marktflecken in den Chroniken erwähnt, obwohl damals die Abhängigkeit vom Grundherren noch bestand. Danach, unter der Herrschaft von König Mátyás erhielt Igal den Adelsbrief und die Genehmigung, jährlich vier landesweite Märkte abzuhalten. In der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts wurde der Ort von den Türken erobert. Als Schutz errichtete man 1632-1633 eine verstärkte Pfahlburg.
In den Aufzeichnungen des Palatinus von Eszterházy 1687 wird erwähnt, dass es kürzlich gelungen ist, den Marktflecken zurückzuerobern. Die Türken jedoch hatten sichtbare Spuren hinterlassen: Die Einwohnerzahl war zurückgegangen und die Entwicklung stagnierte. Damals erhielt Igal den Rang einer Heiduckenstadt, denn die Männer des Marktfleckens spielten im Befreiungskampf eine große Rolle. Auf dem Wappen ist ein gepanzerter Arm, der eine Flagge hält, zu sehen, was auf die Heiducken hinweist. Nach der Herrschaft der Türken gelang diese Region in den Besitz der Familie Batthány. Nachdem die Familie in Ungnade gefallen war, wurde dieser Besitz jedoch vom königlichen Schatzverwalter gepfändet. Später gelangte er in das Eigentum der Familie Berger und dem Bistum von Veszprém.
Die Geschichte Igals weist im Freiheitskampf von Rákoczi auch ein trauriges Kapitel auf: Der General Vak Bottyán erlitt während der Verfolgung der kaiserlichen Truppen eine schwere Niederlage. Während der blutigen Schlacht fielen viele Bürger, und auch die Siedlung erlitt schwere Schäden. Unter anderem brannte die damalige Kirche, der Vorläufer der jetzigen im Jahre 1331 errichteten Kirche ab. Die Überlebenden begruben die Toten in einem gemeinsamen Grab, auf das die Ruinen zu einem Hügel aufgetürmt, der dann als Kalvarienberg gestaltet wurde.
Nach dem Befreiungskampf begann eine schwunghafte Entwicklung, obwohl Igal nicht von Schicksalsschlägen verschont blieb: Durch die Choleraseuche 1856 verringerte sich die Einwohnerzahl um ein Zehntel. Später erhöhte sie sich wieder, und auch die gewerblichen Einrichtung vermehrten sich.
Anfang des XX. Jahrhunderts wurde Igal von einer Auswanderungswelle erfasst. Im ersten Jahrzehnt begaben sich mehrere Dutzend nach Übersee, um ihr Glück zu finden. Mehrere dieser Ausgewanderten boten später den Daheimgebliebenen Hilfe an. Zwischen den beiden Weltkriegen hatte die Gemeinde viele Handwerker und einen lebhaften Handel. Die abgehaltenen Tiermärkte zogen von weither die Besucher an.
In der Chronik des XX. Jahrhunderts gab es für Igal ein bis heute noch bestimmendes Ereignis, als in den vierziger Jahren die Suche nach Erdöl begann: Damals stieß man auf das 81 Grad heiße, bewiesenermaßen heilkräftige Thermalwasser. Daraufhin wurde in den 60-er Jahren ein Bad gebaut, was einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung von Igal hatte: Jährlich suchten Hunderttausende das Bad auf. Der Tourismus gab den Einwohnern auch Arbeit, da sich viele Einwohner als Gastgeber beschäftigen und Unterkünfte anboten.
Um das Bad herum entstand ein schönes Feriengebiet mit freundlich aussehenden und komfortablen Gasthäusern. Diese erfreuen sich auch der Nachfrage bei Ausländern, und besonders in deutschen Kreisen sind die Immobilien in Igal beliebt. Von Jahr zu Jahr erhöht sich die Anzahl der immer wieder hierher kommenden Gäste. Meistens reisen ältere Menschen hierher, denn die Großgemeinde ist wegen ihres Heilbades und ihrer Ruhe weithin berühmt. Der Anblick der Gemeinde spiegelt auch ihre Entwicklung wider: Straßen mit Blumenrabatten, schöne Häuser und Sauberkeit.
Das Kurbad Igal hat – ohne Übertreibung – auf die Zukunft der ganzen Kleinregion einen bestimmenden Einfluss, denn aus den hunderttausend Gästen profitieren auch die Ortschaften der Umgebung.
In Igal ist das öffentliche Netz ausgebaut, d.h. in den Häusern ist also Wasser, Gas, Telefon und Kabelfernsehen, und ein Teil der Grundstücke ist auch an die Kanalisation angeschlossen, d.h. der Ort wird immer komfortabler. Es ist im Ordnungsplan vorgesehen, alle Wege zu asphaltieren, um die Verkehrslage der Einwohner zu verbessern.
Der Grundstein für die neue Schule wurde 1993 niedergelegt, aber die imposante Ausbildungsstätte öffnete sich erst 2002 ihre Tore für die Schüler. In diesem Gebäude, dem größten im Ort, wurden für 260 Millionen Forint Investitionen getätigt. Es ist mit einer Turnhalle ausgestattet, und die Kinder von Igal und Umgebung können somit in einer moderner Umgebung lernen.
Der größte Arbeitgeber von Igal ist die Pannon Fornetti GmbH, in der mehr als einhundert Beschäftigte arbeiten. Kaum weniger ist die Zahl der Angestellten der Selbstverwaltung. Außerdem gibt es einige Unternehmen, die mehreren Dutzend Menschen einen Arbeitsplatz sichern. Neben den örtlichen Möglichkeiten arbeiten auch viele Einwohner in der Komitatshaupstadt, was wegen des guten Verkehrs nicht so belastend ist.
Die Zukunft und Entwicklung von Igal wird grundsätzlich vom Heilbad bestimmt. Nach den Plänen des Besitzers werden noch weitere Dienstleistungen angestrebt, damit nach dem Anschluss an die EU 2004 eine vorteilhafte Position einnimmt gegenüber den Kurorten mit ähnlichen Gegebenheiten.